Brussels in Autumn

Nein, hier geht es nicht um Brüssel, wohl aber um den Herbst. Auf Englisch nennt man den Rosenkohl Brussel Sprouts. Jane Grigson schreibt in ihrem Vegetable Book (das in keiner Küche fehlen sollte), dass Rosenkohl wahrscheinlich zunächst rund um Brüssel angebaut wurden, nachdem eine Marktanordnung aus dem Jahr 1213 das Gemüse erwähnt. Diese Sprouts sind danach schnell in Vergessenheit geraten. Bürgerliche Kochbücher erwähnen sie erst wieder im 19. Jahrhundert, Thomas Jefferson hat sie angeblich in seinem Garten in Monticello anno 1812 angebaut.

In Deutschland gelten die kleinen grünen Bällchen als das etwas angestaubte Gemüse der Elterngeneration, dabei kann man damit soviel Spannendes anstellen. Für dieses simple Gericht müssen Sie sie einfach putzen und dann kurz (also 8 – 10 Minuten in Salzwasser kochen), schon vorher sollten Sie eine entsprechende Menge an Maroni, sprich Esskastanien, im Backofen vorbereitet haben – außer Sie möchten zur vakumierten und üblicherweise aus Frankreich oder Belgien importierten Variante greifen. Ganz ehrlich: ich habe damit kein Problem. Als Vielschreiben behagen mit die schmerzenden Daumen und Zeigefinger nach dem Schälen nicht so besonders.

© Thomas Michael Glaw @ steaktogether

Wenn Sie also den Rosenkohl gegart und in Eiswaaser abgeschreckt haben (zwecks der Farbe) schmelzen Sie etwas Butter in einer Kasserolle, fügen sie zunächst die Maroni und dann den Rosenkohl hinzu, würzen Sie mit frisch gemahlenen Pfeffer und, voila, der Herbst hält Einzug.

Vegetarier fügen eine wenig Creme Double hinzu und bereiten ein paar Kartoffelplätzchen. Wie das geht? Einfach:
Kochen Sie etwa ein Pfund vorwiegend festkochende Kartoffel in der Schale, pellen Sie sie und drücken Sie sie durch eine Kartoffelpresse (bitte KEINE Küchenmaschine, dann ist die Struktur beim Teufel) fügen Sie ein Ei, eine Handvoll Semmelbrösel, etwa Salz, Pfeffer und Muskatblüte hinzu. Vermischen Sie es zu einem Teig, der sich leicht von der Hand ablösen lässt. Wenn er klebt mischen Sie ein wenig mehr Semmelbrösel unter.  Dann formen Sie kleine Küchlein und braten sie langsam in Butter.

© Thomas Michael Glaw @ steaktogether

Ich habe mein Herbstgemüse heute mit Salzkartoffeln und einem Filet vom spanischen Iberoschwein (einer Rasse, die in Spanien im Freien gehalten wird) serviert.

Bon appétit,
Ihr
Chef Thomas @ steaktogether